Gestern und vorgestern waren deine Lebensfeier (eigentlich ja Abschiedsfeier, aber so gefällt es mir auch besser) und deine Beerdigung.
Ich habe noch nichts in dein Kondulenzbuch geschrieben. Es stehen aber schon schöne Dinge drin. Alle lieben Marks rührenden Worte.
Ich habe keine Lust jetzt was zur Beerdigung zu schreiben. Es kostet Kraft. Ich wollte Sachen sammeln um ggf. diese mal in das Kondulenzbuch zu schreiben. Aber aktuell bin ich noch nicht "rein". Ich bin zu emotional und mache alle Phasen der Trauer auf einmal durch.
Ich muss meinen Weg fortan ohne dich gehen, nachdem wir ihn solange gemeinsam gegangen sind. Mal sind wir getrampelt, mal getanzt, mal gehüpft, mal geschlürft, mal gestolpert. Oft abwechselnd, auch gemeinsam.
Aber nun stehe ich hier alleine.
Dein Weg war nun zu Ende und obwohl es nicht unlogisch war aufgrund deiner Vorgeschichte, so war es doch irgendwie unerwartet. Ich hatte gedacht, wir gehen ihn noch länger zusammen. Vielleicht wenigstens volle 20 Jahre oder gar 30? 40? Für dich und wegen dir habe ich jeden Fortschritt in der Wissenschaft gefeiert, denn ich hoffte, sie machten deinen Weg länger.
Aber es reichte nicht. Es tut weh und macht Angst, weil du immer da warst. Egal wie der Weg war. Ob er dunkel, anstrengend oder sonst was war. Ich konnte mir sicher sein, dass du meine Hand gehalten hast. Und während ich hier nun diesen Weg entlang schlurfe und versuche ihn weiterzugehen, obwohl es mir nun ach so ziellos erscheint, hoffe ich einfach nur, dass du wusstest, wie gerne ich den Weg mit dir gemeinsam gegangen bin und du oft der Grund warst, dass ich den Weg gehen konnte. Ich wünsche mir vom Herzen, dass du am Ende meines Weges stehst und wartest und sagst, dass du eine Abkürzung genommen hast und wieder so komisch dämlich grinst.
Und ich versuche ihn so zu gehen, dass du mir dann sagst, dass du es genauso gemacht hättest.
Tag 11. Ich habe heute nicht geweint, ich war nur überfordert, ängstlich, einsam, gelangweilt, enttäuscht. Ich war überfordert mit dem Papierkram, der mir durch Philipps Tod im Haus steht. Ich war ängstlich, weil ich nicht wusste ob die Ärztin mich weiter krank schreiben wird. Einsam, weil ich nun mal alleine bin und Werktag jeder tut, was er tun muss. Da wird aus einem Telefonat schon einmal ein Tageshighlight, auch wenn es nur 5 Minuten sind. Gelangweilt, weil ich halt einfach nur Dinge mache wie "Waschen", "Müll raus", "Einkaufen" und Schwupps ist der Tag vorbei. Enttäuscht von mir selbst, weil ich nun mal nur ich bin und einfach der Chaot in der Beziehung war, der von nichts Ahnung hatte. Wo sind wir versichert? Wir sind aber versichert oder? Es fehlt noch das ekelhafte Gefühl, dass ich da zwei Leuten vor den Kopf gestoßen habe, die mir was Nettes wollten, aber die die falschen Begriffe gewählt haben in ihren Mails. "Wer weiß, ob wir so tapfer ...
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