Gestern und vorgestern waren deine Lebensfeier (eigentlich ja Abschiedsfeier, aber so gefällt es mir auch besser) und deine Beerdigung. Ich habe noch nichts in dein Kondulenzbuch geschrieben. Es stehen aber schon schöne Dinge drin. Alle lieben Marks rührenden Worte. Ich habe keine Lust jetzt was zur Beerdigung zu schreiben. Es kostet Kraft. Ich wollte Sachen sammeln um ggf. diese mal in das Kondulenzbuch zu schreiben. Aber aktuell bin ich noch nicht "rein". Ich bin zu emotional und mache alle Phasen der Trauer auf einmal durch. Ich muss meinen Weg fortan ohne dich gehen, nachdem wir ihn solange gemeinsam gegangen sind. Mal sind wir getrampelt, mal getanzt, mal gehüpft, mal geschlürft, mal gestolpert. Oft abwechselnd, auch gemeinsam. Aber nun stehe ich hier alleine. Dein Weg war nun zu Ende und obwohl es nicht unlogisch war aufgrund deiner Vorgeschichte, so war es doch irgendwie unerwartet. Ich hatte gedacht, wir gehen ihn noch länger zusammen. Vielleicht wenigstens voll...
August 8 (21. Tage davor): Aber es ist tatsächlich eine Angst von mir: Komme ich finanziell ohne Philipp aus? Ich weiß, dass es schwer wird und ich enorm überfordert sein werde... aber finanziell wäre es ok. Natürlich nur, wenn ich weiter Vollzeit arbeite und Philipp mich nichts kostet. Theoretisch bleibt auch über 1000€ übrig. Und ich habe echt alles abgezogen, was mir begegnet und eingefallen ist. Auch Katzenkosten. Keine Ahnung. Fühlt sich falsch an. Ein Leben nach Philipp. Gibt es irgendwie nicht und irgendwie doch. Es ändert sich theoretisch nicht zuviel. Ich kann halt wegen der Jungs nicht weg. Außer ich bekomme eine Betreuung, die medizinisch bewandert ist. Ich komme alleine nach Hause. Ich bin alleine Zuhause. Ich habe nur noch Arbeit als Leben. Sport bin ich dann so eine "Jemand muss die Butterbrote schmieren!"-Typ. Ach wie schön jämmerlich. Dann kann ich fein schrullig und sonderbar werden und immer fein Mikrowellengerichte mampfen. Nein alleine Wohnen ist kein T...