"Du meldest dich, wenn du was brauchst.".
Vor allem hielt ich paranoid wie ich bin ihre Frage nach meinem Befinden zunächst für eine Finte.
Ansonsten: Wie bequem. Man kann sich gut fühlen ohne dass man sich stressen muss. Die eine Kollegin bietet konkret an einzukaufen und Essen vor die Tür zu stellen. Die Andere bringt dir eine Überraschungstüte mit.
Manche melden sich ab und an. Manche schicken dir ein Bild von etwas Nettem. Manche schreiben, dass sie an dich denken. Eine Tante habe ich abgewiegelt, weil sie telefonieren wollte. Ne. Neee! Aber danke.
Keine Kritik. Naja... teilweise.
Dann will der Eine gefühlt 24/7 Betreuung. Auch too much, aber irgendwie tut es gut, dass da jemand unbedingt da sein will.
Die Einen melden sich gar nicht, nicht mal ein Smiley, ein Herz, ein irgendwas. Wahrscheinlich überfordert. Dabei bin ich gar nicht so anstrengend. Glaube ich.
Eine interessante Phase eigentlich. Ich merke, dass der Schock bei den Anderen jetzt nachlässt. Bei mir setzt akutes Vermissen und Bedauern ein. Dabei dachte er, er wacht noch einmal auf. Er ging davon aus. Wie unfair. Was hat der arme Kerl denn vorher noch gesehen? Ich hatte ihm was erzählt. Dann WDR Lokalzeit, der Lebensmitteltester. Zwischendurch immer wieder weg gedöst. Um 3:12 doch noch einmal auf das Handy geguckt und meine Lüge gelesen "Alles wird gut". Das ist also gut?! Warum lüge ich so. "Alles wird gut". Davor aber "Ich liebe dich". Immerhin. Hat er es überhaupt verstanden oder nur schief geblinzelt?
Funfact: Man rief mich genau um 3:12 Uhr an um mir zu sagen, dass sich der Zustand verschlechtert hat. Rebe sagt was von Sonnenfinsternis/ Mondfinsternis. "Perfektionisten!" "Ich glaube nicht an Zufälle!". Ich glaube daran, dass man mehr darauf achtet, wenn man dafür sensibler ist und sucht. Genau so wie ihre dummen Engelszahlen auf Kennzeichen, die sie einmal dauernd am Telefon gefaselt hat. Ja hallo? Menschen lieben Muster in Zahlen. Die haben sich Trottel gezielt ausgesucht.
Heute war ich bei der Therapeutin. Nichts zum SVV. Gut. Später im Kopf --> Heißt, du bist nicht ernst zu nehmen. Gut! Nicht gut! Aber... was nun. Aber es ging um den Brief. Again. Da schwebe ich und es ist die Hölle. Was ist los. Was wird passieren. Ich muss wissen, was wie passiert. Ich brauche klare Angaben zur Situation. Ich habe mich entschuldigt. Ich habe die Mail jetzt an die Therapeutin geschickt und hoffe ein bisschen, dass sie die doch liest und mir n kleinen winzigen Kommentar schreibt. Schweigen heißt immer "Du hast was falsch gemacht". Schweigen von Nick heißt, du bist mir total unwichtig und ich verschwende nicht mal ein nettes Trostwort an dich. Schweigen von Henryk und Beate heißt, ich bin gestört, sie nehmen meine Entschuldigung nicht an. Schweigen heißt, ich bin nicht wichtig. Schweigen ist Unklarheit. Ist Strafe.
"Ja, das ist ganz sicher das verängstigte Kind.".
Es ist immer das Rotzkind. Mein Inneres muss geflutet sein von Tränen wegen dem Rotzkind. Überall Wasser Wasser Wasser. Überkompensation, Vermeidung, Unterwerfung.
"Das wird das Kind sein oder doch ein Bewältigungsmodi.".
Nach der Therapie war es ok, aber ich war vorher schon trauriger.
Alles zuviel. Allein. Dann baut sich wieder Angst und Sorge auf. Juhu.
Aber immerhin bin ich beim dritten Geschäft reingegangen und habe mir um 12 Uhr was für ein Frühstück geholt + Bubble Tea. Und dann habe ich den Tierarzt angerufen und ich habe einen Termin mit jemanden vom Glasfaserdings gemacht. Morgen. Wow. Und sonst nichts. Ach gekocht und Spülmaschien leer geräumt, einkaufen gewesen... ach man fühlt sich so traurig. Alleine Einkaufen um sich was zu Essen zu machen. Es ist einfach so unfair und ungerecht, dass er nicht wieder kommt. Das er nicht mehr aufgewacht ist. Warum konnte er nicht aufwachen? Warum ging es so krass schnell? Was haben wir falsch gemacht? Was hätte ch machen müssen? Hätte ich mich früher kümmern müssen? Wieso war ich so naiv und dachte, wir haben Zeit? Wir hatten keine verfickte Zeit. Die Zeit lief ab und ich habe sie verschwendet. Ich bin so eine stumpfe dumme Kuh. Einfach weg. Hätte ihn so oft noch umarmen können, bis ich mir die Berühung voll eingeprägt hätte. Ich Arsch habe vorher noch gewitzelt, weil er ja so abgenommen hat, bis mir dämmerte, dass er sich unwohl fühlt in seinem Körper und es nicht mit so viel Humor nimmt. Ich hoffe so sehr, dass er wirklich wusste, dass ich ihn liebe.
Tag 11. Ich habe heute nicht geweint, ich war nur überfordert, ängstlich, einsam, gelangweilt, enttäuscht. Ich war überfordert mit dem Papierkram, der mir durch Philipps Tod im Haus steht. Ich war ängstlich, weil ich nicht wusste ob die Ärztin mich weiter krank schreiben wird. Einsam, weil ich nun mal alleine bin und Werktag jeder tut, was er tun muss. Da wird aus einem Telefonat schon einmal ein Tageshighlight, auch wenn es nur 5 Minuten sind. Gelangweilt, weil ich halt einfach nur Dinge mache wie "Waschen", "Müll raus", "Einkaufen" und Schwupps ist der Tag vorbei. Enttäuscht von mir selbst, weil ich nun mal nur ich bin und einfach der Chaot in der Beziehung war, der von nichts Ahnung hatte. Wo sind wir versichert? Wir sind aber versichert oder? Es fehlt noch das ekelhafte Gefühl, dass ich da zwei Leuten vor den Kopf gestoßen habe, die mir was Nettes wollten, aber die die falschen Begriffe gewählt haben in ihren Mails. "Wer weiß, ob wir so tapfer ...
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