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Showing posts from September, 2026

Tag 17

Und ich habe gezählt. Morgen wird Philipp eingeäschert. Um 10. Ob ich das fühle? Ich bin gespannt. Das ist seine letzte Chance vorher noch einmal aufzuwachen. Oh ich wünschte, er würde einfach wieder aufwachen und nach Hause kommen. Es fühlt sich an, als wäre er da. Aber er ist es nicht. Der Hafen ist weg, ich bin ein Schiff im wilden Meer. Ich bekam heute eine DM bei Insta als Reaktion auf mein "Ich packe eine Urne aus"-Video, bei dem ich erstaunlich oft die Urne begrabscht habe. "Beeindruckend wie du damit umgehst!". Beeindruckend. Wie ich dir erzähle, dass ich eine Urne bemalen darf und mich freue und dabei nicht heule? Ich heule dafür, wenn ich seinen Bademantel sehe, Dolly Parton läuft. Heute dachte ich erstmals "Das wird Philipp interessieren.". Aber wird es nicht, denn er ist tot! Verfickte Scheiße! Ich bin so wütend. Weil er tot ist. Weil ich klar komme. Weil ich mich über Dinge freue. Ich hasse es. Ich müsste immer weinen und bluten und s...

Tag 13

"Du meldest dich, wenn du was brauchst.". Vor allem hielt ich paranoid wie ich bin ihre Frage nach meinem Befinden zunächst für eine Finte. Ansonsten: Wie bequem. Man kann sich gut fühlen ohne dass man sich stressen muss. Die eine Kollegin bietet konkret an einzukaufen und Essen vor die Tür zu stellen. Die Andere bringt dir eine Überraschungstüte mit. Manche melden sich ab und an. Manche schicken dir ein Bild von etwas Nettem. Manche schreiben, dass sie an dich denken. Eine Tante habe ich abgewiegelt, weil sie telefonieren wollte. Ne. Neee! Aber danke. Keine Kritik. Naja... teilweise. Dann will der Eine gefühlt 24/7 Betreuung. Auch too much, aber irgendwie tut es gut, dass da jemand unbedingt da sein will. Die Einen melden sich gar nicht, nicht mal ein Smiley, ein Herz, ein irgendwas. Wahrscheinlich überfordert. Dabei bin ich gar nicht so anstrengend. Glaube ich. Eine interessante Phase eigentlich. Ich merke, dass der Schock bei den Anderen jetzt nachlässt. Bei mir se...

Hi

Tag 11. Ich habe heute nicht geweint, ich war nur überfordert, ängstlich, einsam, gelangweilt, enttäuscht. Ich war überfordert mit dem Papierkram, der mir durch Philipps Tod im Haus steht. Ich war ängstlich, weil ich nicht wusste ob die Ärztin mich weiter krank schreiben wird. Einsam, weil ich nun mal alleine bin und Werktag jeder tut, was er tun muss. Da wird aus einem Telefonat schon einmal ein Tageshighlight, auch wenn es nur 5 Minuten sind. Gelangweilt, weil ich halt einfach nur Dinge mache wie "Waschen", "Müll raus", "Einkaufen" und Schwupps ist der Tag vorbei. Enttäuscht von mir selbst, weil ich nun mal nur ich bin und einfach der Chaot in der Beziehung war, der von nichts Ahnung hatte. Wo sind wir versichert? Wir sind aber versichert oder? Es fehlt noch das ekelhafte Gefühl, dass ich da zwei Leuten vor den Kopf gestoßen habe, die mir was Nettes wollten, aber die die falschen Begriffe gewählt haben in ihren Mails. "Wer weiß, ob wir so tapfer ...